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Sonderpädagogischer Förderbedarf

Drei Jungen hintereinander vor einer Schultafel

Kinder und Jugendliche, die in ihren schulischen Bildungs-, Entwicklungs- oder Lernmöglichkeiten derart beeinträchtigt sind, dass bei ihnen sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt wird, haben Anspruch auf eine entsprechende Förderung. Diese sonderpädagogische Förderung kann grundsätzlich in allen Schularten realisiert werden. Das Verfahren zur Feststellung von sonderpädagogischem Förderbedarf kann von den Eltern oder der Schule beantragt  werden. Die Notwendigkeit sonderpädagogischer Förderung wird in einem Gutachten begründet, in dem auch Empfehlungen zur weiteren Förderung sowie zum geeigneten Lern- und Förderort gegeben werden. Der sonderpädagogische Förderbedarf wird in verschiedenen Förderschwerpunkten festgestellt.

Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung

Jungen n einer Schulbank

In diesem Förderschwerpunkt lernen Kinder und Jugendliche, deren emotionale und soziale Entwicklung durch unterschiedliche, häufig komplexe Ursachen beeinträchtigt ist. Gezielte sonderpädagogische Förderung erfolgt insbesondere in den Bereichen Emotionen und Sozialverhalten, Handlungssteuerung und Belastbarkeit, Aufmerksamkeit und Konzentration, Motivation sowie Lern- und Arbeitsverhalten. Dadurch erweitern die Schüler ihre emotionalen und sozialen Kompetenzen, lernen ihr Verhalten zu steuern und Konflikte angemessen zu lösen. Die besondere persönliche Zuwendung und eine klare Strukturierung des Unterrichts und des Schultages stärken die Beziehungsfähigkeit und das Selbstwertgefühl der Schüler.

Schüler mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung werden nach den Lehrplänen der Grundschule, der Oberschule bzw. des Gymnasiums unterrichtet.

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Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

Jungen, die sich umarmen

In diesem Förderschwerpunkt lernen Kinder und Jugendliche mit schwerwiegenden Beeinträchtigungen im kognitiven Bereich, verbunden mit sozialkommunikativen und emotionalen Besonderheiten. Die sonderpädagogische Förderung eröffnet jedem Schüler unabhängig von Art und Umfang des individuellen Unterstützungsbedarfs konkrete entwicklungsfördernde Lernangebote. Ziel ist es, Kompetenzen für die praktische Lebensbewältigung zu entwickeln und zu erweitern und die Schüler zu einer möglichst selbstständigen, selbstbestimmten sowie eigenverantwortlichen Lebensgestaltung in sozialer Integration zu befähigen. Wesentliche Aufgabe ist unter Berücksichtigung der individuellen Möglichkeiten die Vorbereitung eines geregelten Übergangs in Ausbildung und Arbeit.

Schüler mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung werden nach dem Lehrplan der Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung unterrichtet. Es erfolgt keine Benotung.

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Förderschwerpunkt Hören

Mädchen mit Hörgerat an einer Schultafel

In diesem Förderschwerpunkt lernen Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen des peripheren oder zentralen Hörvermögens. Ziel sonderpädagogischer Förderung ist es, je nach individuellem Förderbedarf, die auditive Wahrnehmung, individuelle Kommunikationsformen sowie personale und soziale Kompetenzen zu entwickeln, um die Schüler zum Erwerb des bestmöglichen Bildungsabschlusses, zu umfassender Teilhabe an Gesellschaft und Arbeitsleben sowie zu einem selbstbestimmten Leben zu befähigen. Dabei stehen die Verbesserung des Hör- und Sprachverstehens, der Spracherwerb (Laut- bzw. Gebärdensprachkompetenz) sowie die Aneignung individueller Kompensationsstrategien, z. B. der Umgang mit technischen Hilfsmitteln, im Mittelpunkt.

Schüler mit dem Förderschwerpunkt Hören werden nach den Lehrplänen der Grundschule, der Oberschule bzw. des Gymnasiums unterrichtet.

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Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung

Kinder und Erwachsene im Kreis

In diesem Förderschwerpunkt lernen Kinder und Jugendliche mit Schädigungen des Stütz- und Bewegungssystems, anderen organischen Schädigungen, chronischen Erkrankungen und weiteren Formen motorischer Beeinträchtigungen. Sonderpädagogische Förderung erfolgt u. a. in den Bereichen der Grob- und Feinmotorik, Orientierung und Mobilität, Wahrnehmung, Konzentration und Belastbarkeit. Sie trägt zur Entwicklung der Eigenständigkeit bei und befähigt zur selbstbestimmten Teilhabe an Gesellschaft und Arbeitsleben. Im Mittelpunkt stehen die Erweiterung der individuellen Bewegungs- und Handlungsspielräume sowie die Aneignung individueller Kompensationsstrategien, z. B. der sichere Umgang mit Hilfsmitteln. Für einzelne Schüler sind unterrichtsbegleitende therapeutische und pflegerische Maßnahmen erforderlich.

Schüler mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung werden nach den Lehrplänen der Grundschule, der Oberschule bzw. des Gymnasiums unterrichtet.

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Förderschwerpunkt Lernen

Zwei Jungen vor aufgeschlagenem Buch

In diesem Förderschwerpunkt lernen Kinder und Jugendliche, deren schulisches Lernen durch Beeinträchtigungen der kognitiven, sprachlichen, sozialen und emotionalen sowie ggf. der motorischen und sensorischen Fähigkeiten geprägt ist. Auswirkungen auf alle grundlegenden Entwicklungsbereiche sind die Folge. Neben dem Erwerb von anwendungsorientiertem Wissen wird besonderer Wert auf die Entwicklung von praktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie die Förderung der Sozialkompetenz und Werteorientierung gelegt. Eine intensive Vorbereitung auf die Arbeitswelt und eine berufliche Tätigkeit/eine Berufsausbildung ist wichtiger Bestandteil des Lernens in der Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen.

Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen werden nach dem Lehrplan der Schule zur Lernförderung unterrichtet.

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Förderschwerpunkt Sehen

Kind vor Computer

In diesem Förderschwerpunkt lernen Kinder und Jugendliche, deren Sehvermögen in unterschiedlichen Arten und Graden der Herabsetzung des Sehvermögens bis hin zu dessen Ausfall bei Vollblindheit beeinträchtigt ist. Ziel sonderpädagogischer Förderung ist es, die Schüler auf ein selbstbestimmtes Leben in einer vorrangig visuell ausgerichteten Lebens- und Arbeitswelt vorzubereiten. Bei der Entwicklung sehbehinderten- und blindenspezifischer Kompetenzen wird der Umfang der individuellen Sehbeeinträchtigung ebenso beachtet wie die persönlichen Fähigkeiten und Lernstärken. Spezifische Hilfsmittel, wie z. B. Computer mit Braille-Schrift und Sprachausgabe, Vergrößerungssoftware, Bildschirmlesegeräte und sprechende Taschenrechner erleichtern das Lernen.

Schüler mit dem Förderschwerpunkt Sehen werden nach den Lehrplänen der Grundschule, der Oberschule bzw. des Gymnasiums unterrichtet.

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Förderschwerpunkt Sprache

Mädchen vor Spiegel

In diesem Förderschwerpunkt lernen Kinder und Jugendliche, deren Fähigkeit zur Kommunikation erheblich eingeschränkt ist. Die sonderpädagogische Förderung muss frühzeitig einsetzen, denn Sprache ist eine zentrale Grundlage schulischen Lernens. Die Schüler lernen, mit sprachlichen Beeinträchtigungen und deren Auswirkungen umzugehen und diese zu überwinden. Die Förderung hat das Ziel, eine umfassende sprachliche Handlungskompetenz und eine selbstbestimmte Verständigungsfähigkeit zu vermitteln. In vielen Fällen besteht der sonderpädagogische Förderbedarf nur in der Primarstufe.

Schüler mit dem Förderschwerpunkt Sprache werden nach den Lehrplänen der Grundschule, der Oberschule bzw. des Gymnasiums unterrichtet.

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Unterricht kranker Schüler

Kranke Schüler, die sich längere Zeit oder wiederholt in einer Klinik, im Krankenhaus oder in einer Kurklinik befinden, werden in der Klinik- und Krankenhausschule unterrichtet und erfüllen damit ihre Schulpflicht. Für Schüler, die lange Zeit krank sind, ist Unterricht ein wichtiges Element im therapeutischen Prozess und für die Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft. Ziel dieses Förderschwerpunktes ist es, ein erfolgreiches Lernen trotz Krankheit zu ermöglichen und eine Wiedereingliederung in die jeweilige Schule zu erleichtern.

Der Umfang des Unterrichts wird mit dem behandelnden Arzt abgestimmt. Der Unterricht findet in der Regel jahrgangsübergreifend in Gruppen statt. Ziele, Inhalte, Methoden, Lernorganisation und Medien werden individuell ausgewählt, wobei Grundlage die Lehrpläne der jeweiligen Schulart und Klassenstufe sind.

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Kinder und Jugendliche mit autistischem Verhalten

Bei Kindern und Jugendlichen mit autistischem Verhalten liegt eine tiefgreifende Entwicklungsstörung vor. Ihre Lebenssituation ist durch kommunikative, emotionale, soziale, sensorische und motorische Probleme erschwert. Von zentraler Bedeutung sind Beeinträchtigungen der sozialen Interaktion sowie begrenzte und stereotype Verhaltensweisen und Interessensmuster.

Bei autistischem Verhalten handelt es sich um eine sehr vielgestaltige Erscheinung. Für Kinder und Jugendliche mit autistischem Verhalten gibt es keinen eigenen Schultyp. Die sonderpädagogische Förderung kann in Regelschulen oder in einer Förderschule erfolgen.

In jedem Einzelfall wird entschieden, welches schulische Angebot und welche pädagogischen Bedingungen geeignet sind und in welchem der Förderschwerpunkte die Schüler die entsprechende sonderpädagogische Unterstützung erhalten können.

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