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Grundlagen

Mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung des Schulwesens im Freistaat Sachsen vom 26. April 2017 wurde die Bildung von Kooperationsverbünden als eine Aufgabe für allgemeinbildende und berufsbildende Schulen definiert. Dabei sind Kooperationsverbünde als solche nicht gänzlich neu. Bereits in vorangegangenen Modellprojekten (wie z. B. dem Schulversuch ERINA oder ZINT) wurden schulische, multiprofessionelle Netzwerke gestärkt und ausgebaut sowie Erfahrungen in der Zusammenarbeit der Kooperationspartner gesammelt. Dabei zeigte sich, dass starke regionale Netzwerke mit zahlreichen Vorteilen für alle Partner verbunden sind.    

Rechtliche Grundlagen

Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderung sollen gemeinsam lernen können. Das beschreibt Artikel 24 der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (kurz: UN-BRK), die seit März 2009 für Deutschland verbindlich ist.

Das Sächsisches Schulgesetz (SächsSchulG) greift die Intentionen der UN-BRK nach gleichberechtigter, aktiver Teilhabe von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf bzw. Behinderung in einem inklusiven Bildungssystem auf. So ist Inklusion laut § 1 Absatz 7 SächsSchulG ein Ziel der Schulentwicklung aller Schulen.

Gemäß § 4c Absatz 4 und 7 SächsSchulG ist die Bildung von Kooperationsverbünden vorgesehen. Jede öffentliche Schule gehört perspektivisch einem Kooperationsverbund an. Schulen in freier Trägerschaft können sich an einem Kooperationsverbund beteiligen. Die Regelungen des Sächsischen Schulgesetzes werden z. B. durch die Bestimmungen zu den personellen, organisatorischen und sächlichen Voraussetzungen sowie der Schülerbeförderung ergänzt.

Der Kooperationsverbund…

baut auf:

  • ERINA-Modellregionen
  • ZINT-Netzwerkarbeit
  • Vorprojekt der Hochschule Zittau-Görlitz: Interviews mit kommunalen und schulischen Partnern
  • Erfahrungen aus anderen Bundesländern (z. B. inklusive Schulbündnisse in Hessen)

knüpft an:

  • vorhandene Netzwerke und Netzwerkerfahrungen
  • erleichtert die Umsetzung schulischer Inklusion in Zeiten des regional unterschiedlich ausgeprägten Fachkräftemangels

Mehrwert des Kooperationsverbundes für die Partner

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  • Weiterentwicklung der Bildungsregion
  • Kurze (Kommunikations-)Wege zu Fragen der Diagnostik, Fortbildung, Ausstattung, Schülerbeförderung, Eingliederungshilfe (Schulbegleitung in der Schule und ggf. im Hort), Übergänge von Kita-Schule-Ausbildung, Schulpsychologie

Mehrwert des Kooperationsverbundes für die Eltern

  • Abgestimmte und damit realisierbare Angebote für ihr Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf
  • Schullaufbahnberatung, die den jeweils anderen Partner mitdenkt

Leitlinien und Prämissen

Für den Aufbau der Kooperationsverbünde 2019 bis 2021 wurden Leitlinien und Prämissen erarbeitet. Diese können an aktuelle Entwicklungen angepasst werden. Ausgewählte Grundsätze sind:

  • Inklusion ist ein Ziel von Schulentwicklung aller Schulen.
  • Alle allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen in öffentlicher Trägerschaft bilden gemeinsam mit den Landkreisen und Kreisfreien Städten sowie den Schulträgern perspektivisch über 60 Kooperationsverbünde in Sachsen.
  • An Grund- und Oberschulen können Schülerinnen und Schüler in den Förderschwerpunkten Lernen und geistige Entwicklung nach den Lehrplänen der jeweiligen Förderschule unterrichtet werden.
  • Schulen können sich zu Schwerpunktschulen mit besonderen Angeboten in einzelnen Förderschwerpunkten entwickeln.
  • Die Schulen in freier Trägerschaft können sich ebenfalls an den Kooperationsverbünden beteiligen.
  • Die Partner im Kooperationsverbund treffen Vereinbarungen zur Zusammenarbeit bei der Gestaltung der Übergänge in der Bildungslaufbahn von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf.
  • Deswegen werden zukünftig auch Kindertagesstätten und weitere Partner wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit je nach regionaler Entwicklung einbezogen.
  • Die jeweilige Koordinatorin für Inklusion am regionalen Standort des Landesamtes für Schule und Bildung leitet den Kooperationsverbund.
  • Die Zusammenarbeit mit weiteren Partnern, bspw. für spezielle berufliche Ausbildungen, ist auch über einen Verbund hinaus möglich.

Eine Schwerpunktschule hat entweder bereits besondere Angebote für einen oder mehrere Förderschwerpunkte an der Schule geschaffen oder möchte diese gern aufbauen. Mit der Entwicklung zur Schwerpunktschule besteht die Chance, angesichts der Unterrichtung von mehreren Schülerinnen und Schülern eines Förderschwerpunktes eine intensivere Unterstützung bspw. durch die kooperierende Förderschule aufzubauen und eine spezifischere Kompetenz zu entwickeln.

Ziel ist, die Schülerinnen und Schüler fachlich-pädagogisch besser fördern zu können, ihrer Vereinzelung vorzubeugen und die Kostenübernahme bei der Schülerbeförderung zu sichern.

Die Möglichkeit zur Einrichtung von Schwerpunktschulen besteht für alle Schularten (außer Förderschule) und Förderschwerpunkte mit Ausnahme des Förderschwerpunktes „emotionale und soziale Entwicklung“.

Die Entwicklung von Schwerpunktschulen ist ein Prozess, bei dem nicht zuletzt der Aufbau von Akzeptanz in der Schulgemeinschaft und im schulischen Umfeld ein wichtiger Faktor ist. Wenn eine Schule Schwerpunktschule werden möchte, kontaktiert diese zunächst die zuständige Koordinatorin für Inklusion im Landesamt für Schule und Bildung.

Wichtig ist anschließend die Abstimmung mit dem Schulträger sowie mit den Schulen und der Förderschule in der Region sowie insbesondere mit dem Landkreis oder der kreisfreien Stadt als Schulnetzplanungsträger, Träger der Schülerbeförderung und Träger von Jugend- und Sozialhilfe.

Arbeitsstruktur zum Aufbau der Kooperationsverbünde

Das Sächsische Staatsministerium für Kultus (SMK) und das Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) steuern den Aufbau der Kooperationsverbünde. Dabei koordiniert die Inklusionsbeauftragte die Zusammenarbeit aller Standorte. Sie ist am Standort Bautzen angesiedelt.

An jedem Standort arbeitet eine Koordinatorin für Inklusion als regionale Ansprechpartnerin. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Koordinatorin Ihres Standortes. Die Hochschule Zittau/Görlitz begleitet und unterstützt organisatorisch und inhaltlich den Aufbau der Kooperationsverbünde.

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